Seit 2005 Stillstand beim Stadtmarketing
Zu seiner letzten Sitzung fand der Arbeitskreis Stadtmarketing am 25. Januar 2005 zusammen. In dieser Sitzung verständigten sich die Mitglieder auf weitere Beratungen zur Gründung eines Marketingvereins im Mai des gleichen Jahres. Zu einer weiteren Sitzung wurde ohne Begründung bis heute nicht eingeladen. Die IHG bedauert diesen Stillstand, sieht zur Zeit aber auch keine Möglichkeit, den Prozess wieder in Gang zu setzen.

Zunehmend navigieren Städte und Gemeinden in eine interkommunale Konkurrenzsituation um Ansiedlung von Unternehmen und Arbeitskräften. Da frühere wichtige Standortfaktoren wie Rohstoffe, Energie und Infrastruktur sich immer weiter angleichen und so im Entscheidungsprozeß von Investoren ohnehin vorausgesetzt werden, wird das Image einer Stadt als Standortfaktor zum ausschlaggebenden Entscheidungskriterium. Zwei gesellschaftliche Entwicklungen begünstigen diese Tendenz: erstens sind Unternehmen in ihrer Standortwahl unabhängiger geworden, und zweitens werden auch die Arbeitskräfte mobiler sowie erlebnisorientierter und entscheiden sich im Zweifel für den attraktiveren Wohnort.

Seit Mitte der neunziger Jahre traf sich regelmäßig der Arbeitskreis Stadtmarketing, dem neben Vertretern aus Politik, Verwaltung und Industrie auch sechs Mitglieder der ihg. sowie zuletzt auch Mitlgieder aus den Bereichen Kultur, Vereine und Gastronomie angehörten.

War zunächst die städtebauliche Entwicklung (Innenstadtsanierung, Verkehrskonzept) Mittelpunkt der Arbeit, ging es später um die Planung und Umsetzung von ganzheitlichen Strategien mit einem klaren Leitbild, welches ermöglicht, alle Bereiche städtischer Erscheinungsformen zu bestimmen. Nach der Festlegung des neuen Slogans "Lebensmittelpunkt im Grünen" folgte eine Diskussion über die Gründung eines Stadtmarketingvereins. Industrie und Handel hatten bereits ihre Bereitschaft signalisiert, Gelder bereitzustellen, wenn entsprechende Handlungsfreiheit zugesichert würde. Hier gab es letztlich unterschiedliche Auffassungen. Zu geplanten Beratungen über Vereinszweck und Satzung kam es nicht mehr. Die letzte Sitzung des Arbeitskreises Stadtmarketing fand am 25. Januar 2005 statt. Nach der Kommunalwahl 2006 wurde ein Arbeitskreis Stadtmarketing erneut gegründet, Vertreter aus Industrie und Handel sowie Vertreter der Vereine wurden bisher aber nicht erneut berufen. Der Arbeitskreis hat bisher noch nicht getagt. Seit 2005 wird einseitig die Etablierung Dissens als Apfelstadt vorangetrieben. Von einem Stadtmarketingprozess kann allerdings nicht gesprochen werden, da das Thema Apfelstadt bisher nicht öffentlich diskutiert wurde.